Samstag, 26. Januar 2013

League of Ireland - Rückblick 2012 - Part I

Ein interessantes und nervenaufreibendes Fußballjahr 2012 liegt hinter uns. Es ging wieder hoch her... Sowohl auf- als auch neben dem Platz. Die Liga hat mit den Sligo Rovers einen neuen und vor allem verdienten Meister gefunden. Glückwunsch an den Klub von der Westküste, lange hat man dort auf diesen Triumph schließlich warten müssen. Nicht so gut erging es dagegen dem Aufstieger Monaghan United, der sich noch während der Saison aus dem aktiven Spielbetrieb zurückzog. Gary Twigg holte einmal mehr die Torjägerkanone - vorerst seine letzte in der League of Ireland, da der Stürmer aus familiären Gründen nach Portadown wechselt. Derry City rettete eine verkorkste Saison mit dem Gewinn des FAI Cups..... doch der Reihe nach! Dieser erste Teil des Saisonrückblicks kümmert sich vor allem um den Abstiegskampf, und die Teams die im Mittelfeld der Tabelle landeten. Zudem gibt es einen kleinen Rückblick auf das Geschehen in der First Division.


Ohne Abstiegsnöte - Gutes Jahr für die direkten Aufsteiger

Wagen wir zuerst einmal einen Blick auf die beiden direkten Aufsteiger. Cork und Shelbourne kamen als Meister und Vizemeister aus der First Division hoch, und versprachen sich durchaus einiges für die neue Saison. Vor allem in Cork waren Hoffnungen auf eine Topf Fünf Platzierung durchaus gegeben und auch nicht unrealistisch. Doch nach einem katastrophalen Start hieß es zuerst einmal schnellstmöglich das Punktekonto zu füllen, um einen möglichen direkten Wiederabstieg zu verhindern. Dies gelang letztlich, und die Mannen von Tommy Dunne entwickelten sich durch die Saison hinweg zu einer soliden, nicht einfach zu schlagenden Einheit. Und in der Tat, von Ende April bis Anfang August blieb Cork satte zwölf Ligaspiele in Folge ungeschlagen. Schließlich beendete City die Saison auf einem sehr respektablen 6. Platz, mit der Hoffnung auf ein bisschen mehr im neuen Jahr. Dunne äußerte sich  nach dem letzten Saisonspiel durchaus zufrieden mit dem erreichten, gab aber auch zu bedenken das zweifelsfrei mehr drin gewesen wäre, und er in der neuen Saison eine Steigerung erwartet. Der Anspruch ist vorhanden einen weiteren eindeutigen Schritt nach vorne zu machen, damit auch näher an die Spitzenmannschaften ran zu rücken und wieder in der Lage zu sein, um Topplatzierungen mitzuspielen. 

Mitaufsteiger Shelbourne kann ebenfalls auf ein sehr gesundes und solides Jahr 2012 zurückblicken. Zwar ging der Schwung des starken Saisonstarts zwischendurch etwas verloren, vor allem in den Sommermonaten war das Team aus dem Norden Dublins in einem regelrechten Formtief, doch in Abstiegsnöte gerieten die Shels zu keinem Zeitpunkt. Das darf man durchaus als Erfolg werten. Vor allem weil Shelbourne sich auf seine Stärken besann. Einfaches, zielorientiertes Spiel, ohne großen Schnickschnack. Darauf lässt sich für Trainer Alan Mathews durchaus aufbauen im neuen Jahr.


Der Abstiegskampf - Der keiner so wirklich war

 Sean McCaffrey - hatte keine lange Halbwertzeit in Dundalk 
Erwartungsgemäß gegen den Abstieg kämpften UCD, Bray, Dundalk und Monaghan. Wobei letzt genannter Klub sich noch während der Saison freiwillig aus der Liga verabschiedete und somit offiziell als direkter Absteiger feststand. In Monaghan fehlten schlicht die finanziellen Mittel um über das Jahr hinaus zu überleben. Darum entschied sich der Verein dem ganzen ein vorzeitiges Ende zu bereiten und zurückzuziehen. Zweifelsfrei, dies war DIE Negativschlagzeile des Jahres 2012 im Irischen Fußball. Damit war aber auch klar das der Rest der Liga sich um einen direkten Abstieg erst mal keine Sorgen machen brauchte.

Das führte möglicherweise auch dazu das ganz besonders in Dundalk ab Mitte des Jahres die Motivation doch etwas zu wünschen übrig lies, in dem Wissen am Ende ein Entscheidungsspiel zu haben, mit dem die ganze Saison gerettet werden könnte. Der erst vor der Saison neu verpflichtete Trainer Sean McCaffrey schien aber bereits zu einem frühen Zeitpunkt des Jahres reichlich überfordert und mußte nach zahllosen katastrophalen Leistungen seines Teams folglich den Stuhl räumen. Darius Kierans übernahm Interimsmäßig bis zum Ende des Jahres. Viel besser wurde es nicht, aber zumindest führte er Dundalk über das Aufstieg/Abstieg Play-Off gegen Waterford United zum Klassenerhalt. Das hat allerdings nicht gereicht um den Job auch über das Jahr hinaus zu behalten. Stephen Kenny wurde bereits als neuer Trainer vorgestellt. 

Als Randnotiz an dieser Stelle: Manch Dundalk Fan mag sich nach dieser Horrorsaison ganz sicher die Frage stellen, was wäre wenn gewesen. Denn Sligo Rovers Erfolgstrainer Ian Baraclough gab im Zuge der Meisterfeiern ein pikantes Detail preis. Bevor er überhaupt von Sligo zu träumen gewagt hatte, bewarb er sich im Winter 2011/2012 nämlich auf die vakante Trainerstelle in Dundalk. Wurde dort auch zum Gespräch eingeladen. Bekanntermaßen hatten sich Dundalks Verantwortliche seinerzeit dann aber für einen anderen Mann entschieden.

Die Bray Wanderers und UCD spielten beide ein mehr oder minder solides Jahr und dürfen sich somit über ein weitere Saison in der höchsten Irischen Spielklasse freuen. Die Seagulls zeigten sich besonders in der ersten Saisonhälfte als hart zu bespielendes Team und konnte viele knappe Resultate erzielen. Vor allem dank Altstar Jason Byrne, der 14 mal ins schwarze traf und einmal mehr seinen Torriecher eindrucksvoll unter Beweis stellte. Andererseits bleibt unterm Strich Platz zehn sthen, mit nur fünf Punkten Vorsprung auf Dundalk am Ende. Das ist ein eindeutiger Beweis dafür das Bray trotz vieler gute Spiele nicht ausreichend gepunktet hat und es im neuen Jahr schwer sein könnte mit einer ähnlichen Punktausbeute die Klasse zu sichern. Komplett gegenteilig verlief dagegen die Saison der Students. Einer katastrophalen Hinrunde, folgte eine phantastische Rückrunde, was sicher auch der Rückkehr von Stürmer David McMillan zu verdanken ist, der Mitte des Jahres aus Australien zurückkehrte und noch satte acht Tore erzielen konnte in der zweiten Saisonhälfte.


Derry City und Bohemians - zwei kränkelnde Riesen

Gemessen an den eigenen Ansprüchen und den Voraussetzungen darf man den Bohemians ein hervorragendes Jahr attestieren. Wieder einmal musste in Phibsboro ein harter Winter überstanden werden, immer mit der bangen Frage im Hinterkopf ob es auch  im Jahr 2012 den Fußballklub noch geben würde- und wenn ja, dann wie? Die Bohs haben diese schwere Zeit überstanden, wenngleich auch auf absoluter Sparflamme, verglichen mit den fetten Jahren, die so lange ja auch noch gar nicht zurück liegen. Große Sprünge auf dem Transfermarkt waren logischerweise nicht drin, darum wurde kurzerhand das halbe U-19 Team für die erste Mannschaft rekrutiert.

Aaron Callaghan übernahm das Ruder beim "big club", nachdem Pat Fanlon den vakanten Job bei den Hibs in Schottland landete. Owen Heary sollte ihn als Co-Trainer assistieren, lief aber auch weiterhin als erfahrene Stütze in den meisten Spielen auf gewohnter rechter Abwehrseite auf. Unerfahrenheit und überzogener Respekt kosteten dem insgesamt sehr jungen Team in der Anfangsphase der Saison viele Punkte, mit jeder weiteren Partie einwickelten sich die Bohs aber zu einer kompakten Einheit. Die Mischung aus jung und alt passte Auch wenn eine Top Fünf Platzierung am Ende knapp verfehlt wurde war die Saison ein echter Erfolg. Herausragende Highlights waren zweifelsfrei die Derbysiege über den verhassten Erzrivalen aus Tallaght. Besonders der 29. Juni 2012 wird vielen Bohs Supportern noch lange in Erinnerung bleiben. Mit 4:0 fertigte man die Shamrock Rovers an jenem Tag ab und verwandelte den Dalymount Park in ein Tollhaus. Siehe auch dem folgenden Video, das von diesem historischen Tag in bewegten Bildern erzählt.



Man möchte meinen Derry City erlebte eine absolute Horrorsaison. Trainer Declan Devine war dem Rauswurf nahe, seine Mannschaft wirkte uninspiriert, taktisch schlecht eingestellt und teilweise schlicht limitiert und überfordert. Nach dem Weggang von Erfolgstrainer Stephen Kenny übernahm sein langjähriger Assistent, Declan Devine. Bekanntermaßen ist es oft ein schwieriger Schritt vom Co-Trainer zum alleinigen Chef. So auch in diesem Fall. Der gute Kumpel Declan mußte nun knallharte Entscheidungen treffen. Er mußte sich den Medien stellen. Er mußte sein Team taktisch auf jeden Gegner vorbereiten, gleichzeitig aber auch Motivator sein. In einem durchaus Erfolgsverwöhnten Umfeld, welches Derry zweifelsohne ist, keine leichte Aufgabe. Für Declan Devine war das alles eine Nummer zu groß. In Interviews nach dem Spiel wirkte er plump, steif, fand für jede Niederlage Ausreden und Entschuldigungen, und in Derry war nach einem Großteil der Saison klar, das wird so keine Zukunft haben. Nach einer verheerenden 1:4 Niederlage in Sligo, vier Spieltage vor dem Ende, war auch das Ende für Devine sehr nahe. Man muß die Geduld der City Verantwortlichen bewundern, die so lange das Vertrauen in ihren Trainer behielten, und diesem auch nach deftigen Niederlagen den Rücken stärkten. Doch alle Geduld hat ein Ende, und es war hinter verschlossenen Türen sicher eine ziemlich klare Sache: Sollte in dem auf die Sligo Niederlage folgenden Spiel, beim abgeschlagenen Tabellenletzten Dundalk, eine weitere leblose Vorstellung der Mannschaft folgen, wäre Devine nicht mehr zu halten. 

Derry Trainer Declan Devine in Feierlaune nach dem Pokalgewinn
Doch dann, wie Phönix aus der Asche, stiegen die Candystripes hervor. Was auch immer es war, das Team wirkte urplötzlich wie ausgewechselt,schoss sich jeglichen Frust von der Seele beim 4:0 Erfolg in Dundalk. Im folgenden FAI Cup Halbfinale setzte man sich in Hin- und Rückspiel erst gegen Shelbourne durch, gewann danach die beiden letzten Saisonspiele gegen die Shamrock Rovers und St. Pats überzeugend.

Und dann das große Finale, im Aviva Stadium, gegen die Pats! Es änderte alles. Die komplette Saison der Candystripes wurde mit diesem einen Spiel komplett auf den Kopf gestellt. Nach einer dramatischen Verlängerung sicherte sich Derry den Pokal. Nach 2006 zum ersten mal wieder. Declan Devine der Held. Er verschaffte seinem Team in der kurzen Pause zwischen Abpfiff der regulären Spielzeit und Anpfiff der Verlängerung einen fantastischen Motivationsschub, als er die sichtlich erschöpften Spieler  für eine letzte Ansprache direkt vor jenem Teil der Haupttribüne versammelte, wo sich auch der Hauptteil derDerry City Fans aufhielt. Gänsehaut für Fans und für Spieler. Am Ende muss man konstatieren: Alles richtig gemacht Mr. Devine. Derry ist Pokalsieger und spielt nächstes Jahr in Europa. Was vorher war interessiert jetzt natürlich keine Sau mehr.





First Division - ein kurzer Rückblick

Die zweithöchste Spielklasse Irlands - aktuell auch gerne als "Graveyard" bezeichnet - war trotz nur acht Mannschaften die in 2012 an den Start gingen, eine durchaus muntere Angelegenheit. Dies lag vor allem am spannenden Aufstiegskampf. Limerick ging zweifelsfrei als haushoher Titelanwärter ins Rennen, fand sich aber zwischenzeitlich von diesem Ziel ein Stückchen entfernt, weil vor allem in der ersten Saisonhälfte Longford bärenstark auftrat, aber auch Waterford seinen Aufstiegsambitionen Taten folgen ließ. Mit fortschreitender Zeit aber kam die ganze Klasse und Erfahrung des Limerick Teams voll zum tragen. Am Ende setzten sich die Mannen von Pat Scully mit vier Punkten Vorsprung durch. Das hieß Longford und Waterford blieb nur der Weg über die Play-Offs.

Dabei setzten sich die Blues in Hin- und Rückspiel letztlich doch ziemlich souverän durch. Damit war der Weg für United aber noch nicht zu Ende. Erst mußte Dundalk, das Team das in der Premier Division den Play-Off Platz erreichte, aus dem Weg geräumt werden. Dies klappte leider nicht wie erhofft, dabei galten die Blues sogar als leichter Favorit. Nach einem unglücklichen 2:2 im Hinspiel in Dundalk, hieß es im alles entscheidenden Rückspiel 2:0 für Dundalk, die damit die Klasse hielten. Ganz bitter für Waterford, die nun ein weiteres Jahr den Aufstieg vertagen müssen.

Herausragender Spieler in der First Division war zweifelsohne der erst 18 Jährige Sean Maguire. Der hoch talentierte Stürmer traf insgesamt 13 mal bei nur 26 Einsätzen und rief mit seinen hervorragenden Leistungen Klubs aus England auf den Plan. West Ham erhielt am Ende den Zuschlag. Für die Blues ist dies sportlich ein großer Verlust, finanziell dürfte die Ausbildungsentschädigung in schweren Zeiten ein warmer Geldsegen sein. Erwähnt werden muß an dieser Stelle auch Kevin McHugh. Der mittlerweile 33 Jährige Angreifer von den Finn Harps traf ebenfalls 13 mal in dieser Saison, und das bei sogar nur 24 Einsätzen.

Sonntag, 6. Januar 2013

Sligo Rovers Champions 2012!

Der ein oder andere wird es mittlerweile mitbekommen haben, die Sligo Rovers haben den Traum von der Meisterschaft verwirklicht! Zweifelsfrei: Es hätte keinen verdienteren Meister geben können in der Saison 2012! Mehr dazu gibt es in wenigen Tagen an dieser Stelle in einem ausführlichen Rückblick auf die vergangene Spielzeit. Bis dahin- auch um schon einmal die Vorfreude auf die in zwei Monaten startende neue Spielzeit etwas zu verkürzen, nun erst einmal die Highlights des Meisterschafts entscheidenden Spiels: Sligo Rovers V St. Pats...


Dienstag, 2. Oktober 2012

Neues aus der bunten Welt der LOI...

Sligo einfach gigantisch - mit Traumfußball zum Meistertitel

Cretaro - Doppelpack gegen Derry
Seien wir ehrlich, Sligo ist der Titel nicht mehr zu nehmen. Auch wenn die Medien, sowie die beiden schärfsten Verfolger, Pats und Drogheda, letzten Freitag noch versuchten künstlich so etwas wie Spannung zu erzeugen, die de facto nicht mehr existierte, gibt es nach dem letzten Spieltag praktisch keine Zweifel mehr. Drogs und Pats trennten sich schiedlich und ziemlich friedlich 0:0 im Duell der Verfolger, während das Team von Sligo genüsslich vor dem Fernseher saß, sich die Hände rieb und einen Tag später Derry aus dem Stadion fegte. Fünf Punkte beträgt der Vorsprung aktuell nun auf den zweiten und dritten in der Tabelle, mit einem Spiel sogar noch in der Hinterhand. Da kann und wird sich nichts mehr ändern an dem Fakt, das Bit O'Red nach 1977 zum ersten mal wieder die Krone des Irischen Fußballs erobern wird.

Bestätigung dafür, warum die Rovers in diesem Jahr das überragende Team der League of Ireland sind, gab es am vergangenen Samstag erneut, beim 4:1 Sieg über Derry City. Obwohl Mark Quigley an diesem Abend praktisch nicht existent war, war Sligo den Gästen aus dem Norden in allen Belangen überlegen. Aber nicht einfach nur überlegen, nein, Sligo spielte schlicht in einer anderen Sphäre. Und das, obwohl, wie gesagt, Mark Quigly, der so exzellent aufgelegt war in den vergangenen Wochen als Danny North Ersatz, einen rabenschwarzen Tag erwischte. Aber genau das ist die Qualität Sligos. Das Team ist gespickt mit hervorragenden Individualisten, die als Mannschaft zusammen funktionieren und aus diesem Grund fast unschlagbar sind in diesem Jahr. Gegen Derry waren es Pascal Millien und Raf Cretaro die ganz groß aufspielten. Schnelle Kombinationen, ein hohes Tempo im Spielaufbau, gnadenloses ausnutzen der sich bietenden Chancen... für die Candystripes ging das alles ein bisschen zu schnell. Für den neutralen Fußballfreund war es dagegen ein Genuss. Aber genau dafür ist Sligo seit Jahren bekannt. Hochklassiger Fußball, einzigartig für die League of Ireland. 

Oft gelobt wurde Sligo und Trainer Ian Baraclough hier auf dieser Seite in diesem Jahr bereits - zu recht  - und man kann es nicht oft genug tun. Es ist eine gigantische Saison für die Rovers und es könnte letztlich keinen verdienteren Meister geben.



Declan Devine ist kaum über die Saison hinaus zu halten 

Die 1:4 Packung gegen Sligo war nur eine weite Demütigung für die Candystripes in diesem Jahr. Nach fünf Niederlagen in Folge, in denen sich das Team von Trainer Declan Devine in den allermeisten Fällen völlig desolat und unmotiviert zeigte, schrillen die Alarmglocken beim Nordirischen Klub. Zwar wäre die Saison durchaus zu retten, mit einem Einzug ins FAI Cup Finale - ganz besonders mit einem Gewinn dessen natürlich - aber auch das könnte nicht über die dramatisch schlechte Leistung in der Liga hinwegtäuschen. Fakt ist, Sligo hat wichtige Spieler verloren vor der Saison, aber trotzdem genügend Qualität im Kader um unter normalen Umständen eine Platzierung in den Top Fünf anzustreben. Die Realität sieht bekanntlich anders aus. Platz acht im Moment, nur drei Punkte vor UCD, aber noch hinter Aufsteiger Shelbourne und auch hinter den Bohemians, die bekanntlich fast mit einer U19 antreten in diesem Jahr. Es stellt sich vor allem auch darum immer lauter die Frage: Wie schmerzfrei sind die Verantwortlichen der Candystripes, wie viel (blindes) Vertrauen und wie viel Unterstützung ist für den angeschlagenen, und hilflos wirkenden Trainer noch vorhanden? 

Vermutlich nicht mehr viel. Man bringt die Saison zu Ende so gut es geht. Hofft auf zwei gute Tage im Pokal, und am Ende wird dann gnadenlos abgerechnet. Dabei kann es nur zu einem Entschluss kommen letztlich: Declan Devine, so sympathisch der Mann auch sein mag, ist nicht zu halten. Es dürfte niemanden verwundern, wenn der Name Stephen Kenny, der bei den Shamrock Rovers erst vor kurzem entlassen wurde bekanntlich, aber zuvor Jahrelang exzellente Arbeit bei den Candystripes leistete, in Derry nicht schon längst wieder heiß diskutiert wird.



Bohs Youngster Kevin Feely bei Everton auf dem Zettel

Bohemians Innenverteidiger Kevin Feely hat in seiner ersten LOI Saison einen mehr als bleibenden Eindruck hinterlassen. Der 20 Jährige Innenverteidiger überzeugte so sehr, das er nun sogar ein Thema beim Englischen Premier League Klub Everton ist. Feely bildet zusammen mit Evan McMillan ein hervorragendes Abwehrduo in einer jungen Bohemians Mannschaft. Vor allen mit Zweikampfstärke, exzellentem Stellungsspiel und einer für sein Alter bemerkenswerten Abgeklärtheit weiß der in Brüssel geborene Youngster zu überzeugen. 

Bohemians Trainer Aaron Callaghan äußerte sich naturgemäß zwiegespalten. Zum einen möchte er sein Jungjuwel natürlich nur ungern verlieren, andererseits wäre ein Verkauf Feely's ein warmer und willkommener Geldsegen für den finanziell angeschlagenen Klub.



Samstag, 22. September 2012

Das Ende einer Ära - Und der Beginn einer neuen...

Stephen Kenny
Das Kapitel Stephen Kenny bei den Shamrock Rovers hat vor knapp zwei Wochen ein jähes Ende gefunden. Die zweite Derby Niederlage in Folge gegen den Erzrivalen aus Phibsboro, den Bohs,  war zu schmerzvoll für Fans und Vereinsverantwortliche, um noch länger am erst vor der Saison aus Derry verpflichteten Trainer festzuhalten. Irgendwann ist das Maß voll, wie man so schön sagt. Und dabei hatte man bei den Rovers bei allen Misserfolgen, die es durch die Saison hinweg gab, tapfer und bemerkenswerterweise äußerst eisern an Kenny festgehalten. Der ein oder andere wird sich erinnern: Hier im Blog hatte ich Kenny bereits vor einigen Monaten aus dem Job geschrieben. Das er letztlich so lange durchgehalten hat, ist ein kleines Phänomen. Die Mechanismen des Fußballs haben bei den Rovers lange nicht gegriffen - schlussendlich dann aber eben doch. 

Diese Geschichte ist aber schon eine besondere. Bedenkt man das die Rovers, immerhin Meister der letzten beiden Jahre, mit einem Kader ausgestattet, aus dem selbst die Reserve um den Titel mitspielen sollte, zudem Europa League Gruppenphasen Teilnehmer in 2011, theoretisch gar nicht in dieser misslichen Lage sein sollten. Aus eben genannten Gründen. Qualitativ sollten die Rovers über allem in der League of Ireland thronen - tun sie aber nicht. Stattdessen: Raus mit wenig Applaus bereits in der ersten Runde der Champions League Qualifikation gegen die Litauer von Ekranas, die Titelverteidigung bereits zur Hälfte der Saison verspielt, eine 0:4 Derbyklatsche im Dalymount Park gegen die Bohs... und so weiter und sofort. Dabei sollte doch alles besser werden - unter Stephen Kenny, der so erfolgreich in Derry gearbeitet hatte über die Jahre, einem Mann, der nicht viel passender auch noch aus Tallaght ursprünglich stammt. Michael O'Neill, der Vorgänger, wurde praktisch hinauskomplimentiert. Der Erfolg war zwar schön, aber der Fußball den man spielte nicht sexy. Unter O'Neill spielten die Rovers schnöden Ergebnisfußball. Das war nach drei Jahren nicht mehr gut genug, für Fans und Verantwortliche. Mit Kenny dagegen sollte nun nun nicht nur erfolgreich, sondern auch attraktiver Fußball gespielt werden. Eine neue Ära wollte man einläuten: Die der unbesiegbaren Rovers, die ihre Fans darüber hinaus auch noch mit Zauberfußball verzücken. 

Heute wissen wir, das genaue Gegenteil ist eingetreten. Nach der zweiten Meisterschaft in Folge, unter Michael O'Neill, hatten in der Tat nicht wenige das Gefühl das diese Rovers unbesiegbar wären - über eine ganze Saison verteilt versteht sich. Doch die Ära der unbesiegbaren Rovers ist zweifelsfrei vorbei. Aktuell liegt man 14 Punkte hinter dem Tabellenführer Sligo, im FAI Cup ist man im Viertelfinale gegen Shelbourne rausgeflogen, das League Cup Finale wurde im eigenen Stadion gegen Drogheda verloren. Stellt sich natürlich die Frage: Wer ist schuld? Der Trainer? Natürlich, es ist immer der Trainer. Oder auch nicht... vermutlich wäre es jedem neuen Mann, der auf O'Neill gefolgt wäre, schwer gefallen in diesem Jahr den Ansprüchen gerecht zu werden. Denn auch wenn es den ein oder anderen frischen Neuzugang gab, im Grundgerüst hat sich das Team der Rovers in den letzten zwei, drei Jahren nicht so sehr verändert. Der Verdacht liegt nahe, das ein Großteil der vermeintlichen Stars einfach satt ist und vielleicht glaubte, es ginge alles ganz einfach von alleine, ohne dabei noch alles zu investieren. Träume von glamourösen Europapokalnächten haben die Realität möglicherweise vernebelt. Doch so geht das nicht in dieser Liga. Nur wer 100% dabei ist, wer die nötige Leidenschaft an den Tag legt und auch bereit ist den extra Meter zu gehen, hat die Chance zu gewinnen. Nur schön spielen funktioniert nicht. Dazu ist die League of Ireland zu körperlich. Es ist geradezu beißende Ironie das ausgerechnet die Robustheit eines der Markenzeichen der Rovers in den vergangenen Jahren war.

Die Spieler müssen letztlich in den Spiegel schauen und ein jeder sich fragen: Habe ich alles für den Erfolg getan was in meiner Macht stand? Es dürfte nicht all zu viele geben die diese Frage mit 'Ja' beantworten können. Ganz aktuell vergaben die Rovers nämlich auch die letzte Chance auf einen Titel in diesem Jahr: Im heimischen Tallaght Stadium empfing man Drogheda United im League Cup Finale. Doch nach einer desolaten Vorstellung über weite Teile des Spiels, hieß es 3:1 für die Drogs am Ende. Im übrigen stand bei diesem Spiel bereits der neue Trainer, Brian Law, an der Seitenlinie...



Sligo Rovers marschieren zum ersten Titel seit 35 Jahren...

Mark Quigley - Spieler des Monats August
Wo eine Ära endet, muß auch eine neue beginnen. In diesem Fall ist es die Ära der Sligo Rovers. Nur zwei Meistertitel konnten Sligo seit Gründung des Vereins erringen, den letzten vor 35 Jahren. Doch nachdem man sich in den letzten Jahren immer näher ran tastete, steht in diesem Jahr dem großen Erfolg nichts mehr im Wege. Sligo ist das Maß aller Dinge. In vielerlei Hinsicht. Auch wenn noch ein paar Spiele zu gehen sind, ist es nicht vorstellbar das die Rovers sich den 7 Punkte Vorsprung auf den zweiten noch nehmen lässt. Seit 13 Ligaspielen ist Sligo nun ungeschlagen, stellt dazu den besten Angriff und die beste Abwehr, und das obwohl Starstürmer Danny North (15 Tore) seit Wochen verletzungsbedingt ausfällt. Dafür trumpft nun Mark Quigley ganz groß auf. Mittlerweile 26 Jahre alt, gilt Quigley als hochtalentiert, aber eben gerade deswegen als ewiges Talent, das sich immer selbst im Weg stand. In der Hinrunde konnte er sich keinen Stammplatz in Sligo erkämpfen, doch seit North's Verletzung dreht Quigley auf, traf jetzt neun mal in den letzten zwölf Spielen und beweist warum er vielen als bester Fußballer der Liga gilt. 

Das ist nur eine der Erfolgsgeschichten rund um die Sligo Rovers in dieser Saison. Fakt ist, Trainer Ian Baraclough und sein Team haben die richtige Balance aus schön anzusehendem Kurz-Pass-Fußball und Effektivität gefunden. Sligo spielt seit Jahren den besten Fußball der Liga, doch erst in diesem Jahr sind sie auch eiskalt, abgeklärt und haben diese gewisse Sieger Mentalität, die vielleicht in den Jahren unter Paul Cook über eine ganze Saison immer ein wenig gefehlt hat. Natürlich hat sich Baraclough ins gemachte Nest gesetzt, hat die unter Cook vorgenommene Entwicklung einfach fortgeführt, aber er hat seine eigenen Ideen eingebracht, und man darf nicht vergessen, das er praktisch von jetzt auf gleich starten mußte, ohne Vorbereitung, ohne den Kader zusammengestellt zu haben, und eigene Vorstellungen berücksichtigt zu sehen. Er wurde ins kalte Wasser geworfen, ohne jegliche Vorerfahrung in der League of Ireland. Die Skepsis war groß zu Anfang, aber nach einem Dreiviertel der Saison muß man anerkennen: Alles richtig gemacht Sligo - dem neuen 'Powerhouse' der League of Ireland. 



Mark Griffin - ein Name den man sich merken sollte...

Auch wenn es in Dundalk ganz gewaltig nach Abstieg riecht: Riesen Talent Mark Griffin wird im nächsten Jahr ganz sicher nicht in der First Division spielen. Bereits im letzten Jahr trumpfte der junge Angreifer groß auf, erzielte acht Treffer in 17 Spielen. In dieser Saison lief es nicht ganz so rund, vor allem weil Verletzungen ihn immer wieder zurückwarfen. Wenn er fit ist, beweist er seine Qualitäten dafür eindrucksvoll. So auch an jenem Abend vor ein paar Wochen in Drogheda, als er sein Team mit einem spektakulären Treffer in Führung brachte. Zweifelsfrei ein Anwärter für das Tor des Jahres und bereits über 310.000 Aufrufe bei Youtube verdeutlichen: Diesen Namen sollte man sich merken...

Dienstag, 31. Juli 2012

Europa League Vorschau: Pats V Hannover 96...

Die letzte Woche war keine gute für den Irischen Fußball in Europa. Nun, eigentlich ist die ganze Europäische Saison eine einzige Katastrophe. Angefangen mit dem peinlichen Ausscheiden der Bohemians gegen einen Isländischen Zweitligisten, bis hin zum nicht minder unangenehmen Auftritt der Shamrock Rovers im Rückspiel bei Ekranas vergangenen Dienstag. Das Sligo gegen Trnava nicht weitergekommen ist, gut, das ist zu verkraften, weil es im Grunde zu erwarten war. Ian Baracloughs Mannen haben sich in Hin- und Rückspiel immerhin auf Augenhöhe präsentiert, letztlich haben sieben Minuten Schockstarre im Hinspiel in Trnava den Unterschied gemacht. Wieder einmal die positive Ausnahme allerdings, was sowohl das Auftreten als auch die Ergebnisse betrifft, waren die Pats. Jahr ein, Jahr aus feiert man in Inchicore Europäische Festtage! 

Am Donnerstag gab es wieder eine dieser magischen Europapokalnächte im Richmond Park. Nach einem 1-1 im Hinspiel in Brijeg, war diese Begegnung der 2. Qualifkationsrunde zur Europa League nach allen Seiten offen. Der Irische Sommer wollte sich bei solch spannenden Voraussetzungen nicht lumpen lassen und zeigte sich von seiner schönsten Seite. Die Fans strömten dazu in Scharen in den Richmond Park, verwandelten dieses kleine, heimelige Stadion in ein Tollhaus. Der Zuschauerandrang war so groß, das die Haupttribüne komplett dicht war und eine zweite Tribüne aufgemacht werden mußte, nachdem der Strom der ins Stadion drängenden Fans nicht abreißen lassen wollte - selbst nach Anpfiff nicht. Jeder einzelne der gekommen war wurde nicht enttäuscht. De Pats spielten klasse, ließen den Ball laufen, gingen die Sache offensiv an und wurden für den Mut nach 39 Minuten auch belohnt. Mittelfeldmotor John Russell war aus Nahdistanz zur Stelle. Die Gäste aus Bosnien dagegen fanden für lange Zeit des Spiels nicht statt. Doch eine Unachtsamkeit nach einer Ecke mitte der zweiten Halbzeit - und zack - 1:1 - alles wieder offen! Dann Verlängerung, die Pats wurden müde, Brijeg gewann Oberwasser, doch genau in diese Phase fiel das 2:1 - Christy Fagan ließ sich nicht zwei mal bitten - Ausnahmezustand im Richmond Park! Ja, es war wieder eine dieser magischen Nächte... am Ende blieb es bei dem 2:1, die Pats zogen verdient in die nächste Runde ein, waren über Hin- und Rückspiel schlicht das bessere Team. 

In der nächsten Qualifkationsrunde wartet nun niemand geringeres als... Hannover 96! Ein echter Kracher für die Pats. Kabel 1 wird die Spiele live in die Deutschen Haushalte übertragen, Setanta tut dies übrigens in Irland. Ein Deutsch-Irisches Duell in Europa also... das gab es schon ein paar Jahre nicht mehr. Das letzte in der Saison 2008/2009, als es ebenfalls die Pats waren, die damals gegen Hertha BSC allerdings ausschieden, sich aber großartig in beiden Spielen verkauften. Die Pfosten im RDS Stadion waren im Rückspiel Herthas bester Mitspieler... alle Pats Fans und jene die es mit dem Irischen Fußball halten, werden sich mit Grausen dran erinnern. 

Nun, über Hannover 96 braucht letztlich nicht mehr so viel gesagt werden. Vor zwei Jahren überraschend vierter, letzte Saison siebter in der 1. Bundesliga - sie sind der haushohe Favorit in dieser Begegnung. Möglicherweise findet aber im Zuge dieses Spiels der ein oder andere 96 Fan auf diese Seite, die sich in erster Linie als Informationsseite zum Irischen Fußball versteht. Möglicherweise haben viele  im ersten Moment auch Fragezeichen in den Augen gehabt als sie den Namen des Hannover Gegners in der EL Quali hörten. Dublin, klar, das weiß man noch, findet man sonst  ja auch schnell raus. Wikipedia sei dank. Aber sonst? Wer sind diese Pats? Darum an dieser Stelle für all diejenigen, die mehr über St. Patrick's Athletic erfahren möchten, ein kleiner Guide zu diesem extrem sympathischen Fußballklub...



Wer sind eigentlich "Die Pats"?

Die Pats, oder auch St. Patrick's Athletic genannt, ist ein Fußballklub der Irischen League of Ireland, spielend in der höchsten Spielklasse, der Premier Division. Die Pats sind einer der erfolgreichsten und größten Klubs des Landes. Im Jahre 1929 gegründet, beheimatet im Süden Dublins, im Stadtteil Inchicore, haben es die Pats auf sieben Meistertitel bisher gebracht. Der letzte liegt aber schon mehr als ein Jahrzehnt zurück. Nach zuletzt sportlichen Konsolidierungsjahren, die nötig waren nach der kurzen, aber schmerzvollen Ära Jeff Kenna, sind die Pats in diesem Jahr wieder ein richtiges Spitzenteam. Liam Buckley, der die Pats bei seinem ersten Engagement zum letzten Meistertitel 98/99 geführt hat, hat das Ruder neu übernommen und den soliden, aber möglicherweise leicht angestaubten Pete Mahon auf dem Trainerstuhl abgelöst. Buckley gilt als Taktikfuchs, und als jemand der den schönen Fußball liebt. Seine Mannschaften haben sich vor allem immer durch ein - für die Liga zumindest - außergewöhnlich exzellentes Kurz-Pass-Spiel ausgezeichnet. 

Buckley hat für diese Art von Fußball die richtigen Spieler auch dieses mal wieder verpflichtet, und einen stabilen und starken Kader zusammengestellt. In der Saisonvorschau hier auf dieser Seite schrieb ich den Pats durchaus Chancen auf den Meistertitel zu. Und bisher spielt das Team auch in der Tat eine richtig gute Saison, auch wenn man zuletzt ein wenig Federn lassen mußte, was aber in erster Linie der extremen Doppelbelastung aus Liga und Europa geschuldet ist. Fast jede Woche zwei Spiele, Reisestress... das ist eine hohe Belastung für Halbprofis. Und trotzdem, die Saison ist schon jetzt ein Erfolg. In der Liga sollte es für eine Top 4 Position am Ende reichen, und die guten Auftritte in Europa haben die Portokasse mächtig gefüllt. Hannover 96 ist schlicht die Kirsche auf der Torte.



Wer sind die Schlüsselspieler?

Brendan Clarke - Torhüter: Clarke war unter Buckley bereits bei Sporting Fingal vor ein paar Jahren die Nummer eins, zog nach dem Aus von Fingal nach Sligo weiter, setzte sich dort gegen FAI Cup Elfer Held Ciaran Kelly durch, spielte eine gute Saison beim Vizemeister im letzten Jahr. Bizarr: Clarke folgte Buckley nun zu den Pats, nachdem dieser den Trainerposten übernahm, im Gegenzug wechselte die bisherige Pats Nummer Eins, Gary Rogers, nach Sligo. Brendan Clarke spielt eine herausragende Saison für die Pats bisher jedenfalls. Mit gerade mal 26 Jahren ist er in einem guten Alter und könnte vermutlich auch auf deutlich höherem Niveau spielen. 

Conor Kenna - Innenverteidiger: Pats Kapitän und einer der wenigen Ausnahmeverteidiger in dieser Liga. Kenna ist robust, Zweikampfstark, hat eine gute Übersicht und ist trotzdem ein extrem fairer Spieler. In seiner dritten Saison bei den Pats mittlerweile, ist er so was wie der verlängerte Arm des Trainers auf dem Platz. Sowohl unter Pete Mahon als auch Liam Buckley ist und war Kenna Kapitän.

Ger O'Brien - Rechtsverteidiger: Auch O'Brien spielte bereits 2009 unter Buckley für Fingal. So war es ein logischer Wechsel für den Defensivallrounder, nach dem es bei den Bohemians nach der letzten Saison keine finanzielle Zukunft mehr gab. O'Brien spielt zumeist den Rechtsverteidiger, kann aber auch in der Innenverteidigung- auf der linken Seite- oder gar im zentralen Mittelfeld eingesetzt werden. Er spielt im Grunde alles richtig gut. Einfach ein toller Fußballer, mit guter Einstellung und Zweikampfhärte.

James Chambers - zentrales Mittelfeld: Wurde 2010 mit den Rovers Meister, war damals ein ganz wichtiger Baustein im Meisterteam. Wechselte dann nach Schottland, zu SPL Klub Hamilton, stieg dort allerdings ab, spielte noch ein halbes Jahr in der First Division, ehe er zurück nach Irland kam. Chambers ist klein von der Körpergröße aber trotzdem ein extrem wuchtiger Mittelfeldspieler. Ein Arbeiter, aber auch ein guter Fußballer, mit Übersicht und Ruhe am Ball. 

John Russell - Offensives Mittelfeld: Russell ist ein exzellenter Fußballer. Gut am Ball, sicheres Passspiel, Torgefährlich, gutes Positionsspiel. Rundum: Ein ganz wichtiger Mann im Pats System. Mit James Chambers bildet er ein hervorragendes Duo im Mittelfeld.  

Chris Forrester - Offensive Außenbahn: Achtung, diesen Namen merken! Zweifelsfrei das größte Talent des Irischen Fußballs. Erst 19 Jahre jung, debütierte er im letzten Jahr für die Bohemians auf LOI Level und wußte sofort zu beeindrucken. Ein Jahr später ist Forrester die heißeste Ware die diese Liga zu bieten hat. Er hat an Robustheit zugelegt innerhalb der letzten Monate und sich enorm gesteigert seit er bei den Pats ist. Forrester kann Dinge am Ball, die nur wenige können. Ein hochbegabter, für den es sich alleine lohnt ins Stadion zu kommen.

Chris Forresters Traumtor im Derby gegen die Rovers vor ein paar Wochen


Christy Fagan - Stürmer: Einst als riesen Sturmtalent gefeiert, bei Manchester United ausgebildet, hat seine Karriere nicht ganz den erwarteten Verlauf genommen. Den Erwartungen konnte er lange nicht gerecht werden, über verschiedenste Stationen kam er im letzten Jahr letztlich nach Irland zurück, heuerte bei den Bohemians an, spielte dort eine richtig gute Saison. Der Wechsel zu den Pats hat sich bisher absolut ausgezahlt. Fagan, der immer noch nur 23 Jahre alt ist, traf bereits neun mal in 14 Spielen. Er gibt in aller Regel die einzige Spitze, nutzt dabei vor allem seine Schnelligkeit um immer wieder in freie Räume zu stoßen. 


Zum Ende die alles entscheidende Frage: Sind die Pats zu einer Überraschung fähig? Nun, wie es immer in solchen David gegen Goliath Duellen ist, die Antwort lautet jain. Wenn Hannover 96 im ersten Pflichtspiel des Jahrss bereits gut in Schuss ist und den Gegner nicht unterschätzt, wird es keinen Zweifel am Ausgang dieses Duells geben. Ist das nicht der Fall, dann könnte es jedoch in der Tat eine faustdicke Überraschung geben. Die Pats haben ein tolles Team, das aus guten Spielern besteht, die mit voller Leidenschaft in diese beiden Spiele gehen werden. Gegen diese Jungs muss sich jeder Zentimeter erkämpft werden. Nicht zuletzt haben die Pats aber auch ein paar Spieler in ihren Reihen, die mit der Kugel richtig gut umgehen können. Es dürfte somit - soviel steht fest - interessant werden.


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Freitag, 20. Juli 2012

LOI in Europa...

Photo: Steffen Marg
 Viele Fußballfans werden es vermutlich noch gar nicht mitbekommen haben: Aber sowohl Champions League als Europa League sind bereits wieder voll im Gange. In den Qualifikationsspielen für die Gruppenphase beider Wettbewerbe duellieren sich aktuell Vereine deren Namen auf den ersten Blick nicht immer Glanz und Gloria versprühen, was diese Spiele aber nicht weniger interessant macht. 

Eine Vorschau auf die Gegner der League of Ireland Klubs gab es hier im Blog bereits vor kurzem, nun soll es an dieser Stelle einen ersten kleinen Rückblick auf das geben was in diesen Begegnungen tatsächlich auch auf dem Platz geschehen ist. Soviel sei vorab bereits gesagt: So richtig rund läuft es für die LOI Klubs in Europa bisher noch nicht...

Nach all den Querelen um Trainer Stephen Kenny zuletzt, sowie drei Ligaspielen in Folge ohne Sieg, davon die 0:4 Derbyniederlage gegen die Bohs, und letzten Freitag das wenig rühmliche 1:1 in Dundalk, gingen die Shamrock Rovers wie ein angeschlagener Boxer in das Champions League Qualifikationsspiel mit dem Litauischen Meister FK Ekranas. Für diese 90 Minuten schienen all die Probleme der letzten Zeit aber vergessen, denn die Rovers spielten richtig gut. Vor allem in der zweiten Hälfte trat das Team extrem druckvoll auf. Von den Litauischen Gästen kam nicht viel, die Hoops dagegen erspielten sich zahlreiche gute Gelegenheiten. Gary Twigg und der eingewechselte O'Donnell tauchten frei vor dem Tor auf, Ronan Finn traf die Latte und hatte noch weitere exzellente Möglichkeiten. So war das Torlose 0:0 schon ein enttäuschendes Resultat am Ende, lässt aber immerhin alles offen für ein Weiterkommen im Rückspiel. In der nächsten Runde würde dann eine Reise nach Belgien locken: zum RSC Anderlecht.




"... Angesichts dieser Fakten wäre alles andere als ein Weiterkommen der Bohemians die größte Blamage des Irischen Fußballs." Das waren exakt die Worte die ich in der Vorschau verwendete in Bezug auf die Chancen der Bohs gegen den Isländischen Zweitligisten Thor Akureyri. Leider ist die bittere Realität dass die Bohs das scheinbar unmögliche möglich gemacht haben: Sie sind ausgeschieden gegen Thor. Das Hinspiel endete noch Torlos 0:0. Die Bohs waren dort das klar bessere Team, vergaben gute Möglichkeiten und bekamen zu allem Überfluss auch noch ein eigentlich lupenreines Tor durch McMahon wegen vermeintlichen Handspiels aberkannt. Im Rückspiel auf Island ging man dann nach wenigen Minuten sogar in Führung, die €100k - die für das Weiterkommen auf dem Tisch lagen - waren greifbar nahe, doch der Rest des Spiels war eine einzige Demütigung. Die junge und unerfahrene Bohs Truppe brach völlig auseinander, ließ sich mit 1:5 am Ende abschlachten. Es war die erste richtig schwache Leistung des Teams in der ganzen Saison. Vor allem in den vergangenen Wochen trat man eigentlich extrem überzeugend und stark auf, und darum kam dieser Einbruch nicht nur überraschend, sondern auch zum schlechtesten aller möglichen Zeitpunkte. Aber man muß es dem Team nachsehen, darf nicht zu hart mit den jungen Spielern ins Gericht gehen. Das Ausscheiden ist peinlich, sagt aber wenig über die tatsächliche Qualität der einzelnen Spieler aus. Denn das ist klar: Die Truppe ist deutlich besser als das, was sie da auf Akureyris Rumpelacker ablieferte.

Die Pats hatten mit IBV Vestmannaeyjar einen guten alten bekannten vor der Brust. Letztes Jahr setzte man sich in der 1. Quali Runde gegen die Isländer bereits durch. Nicht mehr aber auch nicht weniger war auch dieses mal die Zielvorgabe. Ein Tor von Christy Fagan sicherte im Hinspiel den Sieg der Saints, doch das Weiterkommen war noch lange nicht gesichert. In einem dramatischen Rückspiel war es dann letztlich das Tor von Stephen O'Flynn in der Verlängerung welches Liam Buckleys Mannen eine Runde weiter brachte. Vorher gewann IBV das Spiel mit 1:0 nach regulären 90 Minuten, erzielte dann in der Verlängerung sogar noch ein zweites Tor, die Pats antworteten glücklicherweise prompt. Das brachte ihnen schließlich ein Rendevouz mit den Bosniern von Široki Brijeg ein. 1:1 ging es gestern Abend in Brijeg im Hinspiel aus. Eine gute Ausgangsposition für die Pats, die in der nächsten Runde dann auf keinen geringeren als Hannover 96 treffen würden!

Sligo als Vorjahresvizemeister und Pokalsieger trat gestern ebenfalls in der 2. Qualifikationsrunde der Europa League an, hatte es dort mit dem Vizemeister der Slowakai - Spartak Trnava - zu tun. In Trnava schenkten die Rovers innerhalb von sieben Minuten leider fast alle Möglichkeiten auf ein Weiterkommen her. Zwischen der 38. Minute und dem Halbzeitpfiff traf Spartak gleich drei mal, obwohl die Rovers das Spiel zuvor im Griff zu haben schienen. Immerhin, der Anschlußtreffer von Abwehrchef Gavin Peers gibt zumindest noch ein wenig Hoffnung. Ein 2:0 im Rückspiel im heimischen Showgrounds würde Sligo in der nächsten Runde sehen. 



Was war sonst noch? 

Drogheda setzt seine unglaubliche Saison fort. Die Drogs sind nun schon zweiter, und damit ärgster Verfolger Sligos, nach einem souveränen 2:0 Erfolg bei den Pats. Die Bohs haben sich von der Pleite in Island schnell erholt, besiegten UCD mit 1:0 am Sonntag. David McMillan, Bruder von Siegtorschütze Evan, gab sein Debüt für die Students nach seiner Rückkehr aus Australien, wo er zuletzt studierte und auch recht erfolgreich Fußball spielte. Schöne Tore gab es am Freitag Abend in Bray zu sehen. Vor allem David Cassidys Führungstor für Shelbourne war ein echtes Sahnestück - unbedingt im Video weiter unten anschauen und bestaunen! Kieran Marty Waters traf im gleichen Spiel zum zwischenzeitlichen Ausgleich für die Wanderers, bestätigte damit einmal mehr eindrucksvoll sein großes Talent, flog wenig später aber nach einer dummen Aktion mit Rot vom Platz. Genie und Wahnsinn liegen eben manchmal dicht beieinander.





Tor des Monats Juni

John Dunleavy erzielte mit seinem wunderbaren Kopfballtor für Cork bei den Shamrock Rovers das Tor des Monats Juni. Alle Kandidaten gibt es nachfolgend noch einmal zum genießen...

Donnerstag, 12. Juli 2012

League of Ireland Newsflash!

Wanderers mit fünf neuen...

Lee Dixon
Pat Devlin darf aktuell gleich fünf Neuzugänge zum Training begrüßen. Prominenteste Verpflichtung dürfte der vormalige USA U20 Nationalspieler Brendan King sein. Der 22 Jährige Offensiv Allrounder wagt den Sprung über den großen Teich, ist bei den Shamrock Rovers im Probetraining allerdings im Vorfeld durchgefallen. King war 2007 Teil der Amerikanischen U17 WM Mannschaft.

Die Wanderers holen mit Lee Dixon einen talentierten Flügelspieler von den Bohemians. Im letzten Jahr mit einigen Einsätzen in der ersten Mannschaft unter Pat Fenlon, und dabei durchaus überzeugend, kam er in diesem Jahr, vor allem auf Grund von Verletzungen, gar nicht zum Zuge. Ebenfalls von den Bohs kommt der 18 Jährige Paddy Seery.

Kevin O'Connor ist ein weiterer interessanter Neuzugang. Er stammt aus der Nachwuchsakademie der Wolverhampton Wanderers, durchlief diversere Irische Jugendnationalmannschaften bis hoch in die U21, hatte aber in den letzten Jahren viel mit Verletzungen zu tun und konnte sich in England nicht durchsetzen, spielte zuletzt im Non-League Bereich. Der 26 Jährige Mittelfeldspieler kehrt nun nach Irland zurück, sucht einen Neuanfang in Bray. Ismahil Akinade, ein weiterer 18 Jähriger, kommt St. Patrick's Athletic.

Bray muß im Gegenzug einen schweren Abgang hinnehmen, da das 17 Jährige Talent Pierce Sweeney sich für einen Wechsel zu Premier League Aufsteiger Reading entschieden hat. Pierce wußte im Abwehrzentrum der Seagulls zu überzeugen in dieser Saison, ist darüber hinaus mehrfacher Irischer U-Nationalspieler und es wird interessant zu sehen sein ob sich der Wechsel nach England in so jungen Jahren auszahlen wird.




Anto Flood und Pat Sullivan zurück in Irland...

Nach einem unglücklichen halben Jahr beim Englischen League Two Klub Southend, ist Stürmer Anto Flood wieder zurück in der League of Ireland. In der letzten Saison trumpfte er stark bei den Bohemians auf, wo er zeitweilig ein exzellentes Angriffsduo mit Christy Fagan bildete, das nun bei den Pats also wiedervereinigt ist. 

 Ein weiterer alt bekannter ist zurück in Irland: Pat Sullivan. Der 29 Jährige Außenverteidiger erlangte überregionale Berühmtheit mit seinem Traumtor in Belgrad im letzten Jahr, verabschiedete sich nach der abgelaufenen Saison aber für eine Weile nach Australien zum "work & travel", ist nun aber wieder zurück und dürfte den Rovers eine willkommene Verstärkung in der momentan alles andere als einfachen Situation beim Tallaght Klub sein. 




Chris Bennion verstärkt Shelbourne...

Der erfahrene Keeper Chris Bennion wechselt bis zum Ende der Saison von Monaghan United zu Shelbourne.  Nach dem die Mons bekanntermaßen aus der Liga zurück gezogen haben war Bennion ohne Klub, die Shels aber haben momentan Probleme auf der Torhüterposition, da Dean Delany zur Zeit verletzt ist. Bennion spielte bereits 2002/03 für die Shels.



Dundalk FC steht zum Verkauf...

Der wirtschaftlich schwer angeschlagene Dundalk FC steht am Rand der Klippe. Nachdem bereits Monaghan kürzlich aus der Liga schied, stehen nun die Zeichen auch für den einst so erfolgreichen Klub aus dem County Louth alles andere als gut. Der aktuelle Klub Besitzer Gerry Matthews hat oder will kein Geld mehr in den Verein investieren, stellt ihn nun zum Verkauf. Er wird keine Lizenz für die neue Saison andernfalls beantragen. Potentielle  Käufer haben allerdings noch bis zum Ende des Monats Zeit um ihre Gebote abzugeben und den Verein vor dem Untergang zu retten. Aktuell werden knapp 60.000 € benötigt - am besten so schnell wie möglich, versteht sich - um die Show überhaupt am laufen zu halten. Spendenaktionen sind in der Diskussion über die Faninitiative 'Save our Club'. 



SWAI/Airtricity Player of the Month: Danny North - Sligo Rovers...

Danny North, von Liga Spitzenreiter Sligo, wurde zum Spieler des Monats Juni gewählt. Wenig überraschend, denn der 24 Jährige Stürmer traf im Juni wettbewerbsübergreifend satte vier mal in drei Spielen. North führt auch die Torjägerliste der League of Ireland an, mit 15 Treffern in 16 Spielen! Klar dass das Begehrlichkeiten weckt. North wird mit einem Wechsel zurück nach England in Verbindung gebracht.


Das Derby der Bohs gegen die Rovers ist bereits knapp zwei Wochen her, aber es dürfte den meißten Fans beider Klubs noch weitaus länger in Erinnerung bleiben. Die, die an diesem Abend im Dalymount Park zu gegen waren, haben historisches erlebt, vor allem aber war die Atmosphäre eine ganz besondere. Einen kleinen Stimmungseindruck vermittelt folgendes Video: